Byens Bro Brücke, Odense

06.12.2016 Sanfte Schwingungen und faszinierende Lichtspiele vereinen sich in einem funktionalen Bauwerk.

Ein echter "Melting-Pot" – so lässt sich die dänische Stadt Odense am besten beschreiben. In der drittgrößten Stadt des Landes treffen sich Künstler, Studenten, Arbeiter und Touristen. Historische Bauwerke stehen einträchtig neben modernen Neubauten, Parkanlagen lockern die Bebauung im ganzen Stadtgebiet auf, ein Hauch von Bohème strömt durch die Gassen.

Einen Kontrast bildet der Hafen, über den die Schiffe zum Kattegat und anschließend in die Nordsee aufbrechen. Um die Innenstadt von Odense mit dem Neubaugebiet nördlich des Hauptbahnhofs, der sich in der Nähe befindet, zu verbinden, plante die Stadt eine Fußgänger- und Fahrrad-Brücke, die nicht nur als praktischer Überweg, sondern auch als prägendes Element der Stadt wahrgenommen werden sollte.

Gottlieb Paludan Architects aus Kopenhagen gewannen den ausgeschriebenen Wettbewerb und realisierten das Prestige-Objekt, das auf den Namen "Byens Bro" – übersetzt: "Die Stadt-Brücke" – getauft wurde. Für das Pflaster des Platzes, von dem aus die Besucher die Brücke betreten, nutzten sie die helle Hagemeister Klinkersortierung „Odense“. Gemeinsam mit den Stahlelementen und dem Belag der Byens Bro Brücke entstand so ein stimmiges Bild, das die Farben der Umgebungsgebäude aufgreift und ein harmonisches Ganzes ergibt.

Faszinierender Blick über die Stadt

Zwei Jahre Bauzeit waren nötig, bevor die Brücke im Sommer 2015 den Fußgängern und Fahrradfahrern übergeben werden konnte. Seither ist sie ein echter Hingucker für alle, die sich dem Bahnhof nähern. Bereits von weitem präsentiert sie sich und ihre sanfte Schwingung. Die Brücke folge einem natürlichen, sich leicht windenden Weg, so wirke sie organisch und einladend, erklärt Sten Sødring, Sprecher der Gottlieb Paludan Architects. Auf der Brücke selbst eröffnet sich ein faszinierender Blick auf die Stadt – nicht standardisiert, sondern als neues urbanes Erlebnis.

Fahrradabstellplätze vergrößern die Attraktivität

30 Meter hoch ragt ein Pylon aus hochglanzpoliertem Stahl an der Südseite der Gleise empor. Er trägt die Brücke und bildet einen Fixpunkt der Stadt. Seine Oberfläche ist nicht nur bei Tageslicht ein Blickfang – am Abend sorgt sie für eine stimmungsvolle Reflektion der Beleuchtungsanlage, die in der Brücke verbaut wurde. An beiden Enden der Brücke haben die Architekten die Fahrradfahrer ganz besonders in den Blick genommen: Als Treffpunkt konzipiert, warten hier rund 1.400 neue Fahrradabstellplätze auf Touristen, Studenten und Einheimische.

Besonders attraktiv ist dabei die Nutzung am nördlichen Ende der Brücke: Hier ist ein Zentrum für Erwachsenenbildung entstanden, dessen Mitarbeiter und Schüler seit Fertigstellung der Brücke eine perfekte Möglichkeit haben, schnell vom Klassenraum in die Innenstadt zu gelangen. Einen Steinwurf entfernt liegt das Eisenbahnmuseum, das Eltern und Kinder gleichermaßen anspricht und damit ebenfalls deutlich besser als vor dem Brückenbau zu erreichen ist.

Klinker ist der hohen Nutzungsfrequenz gewachsen

Zwei Plätze am Fuß der Brücke wirken als Puffer zwischen der Byens Bro und dem Beginn der urbanen Siedlung und laden zum Verweilen ein. Auf dem südlichen Platz, in den die Brücke mündet, wurde Hagemeister Klinker der Sortierung Odensé verwendet, um die Weitläufigkeit der Brücke aufzunehmen. Die sandgelbe Sortierung mit der typischen Kohlebrand-Zeichnung fügt sich harmonisch in das Erscheinungsbild der umgebenden Bebauung ein; das Wechselspiel mit dem sattgrünen Königsgarten, in dem das Schloss Odense mit seiner Kommunalverwaltung beheimatet ist, ist gewollt und sorgt für einen spannenden Kontrast.

Durch die spezielle Brennoptik der Sortierung wirkt das Pflaster lebendig. Die changierenden Farben, die von Orangetönen bis ins Rostrote übergehen sowie die typischen Kohlebrandakzente sorgen für Harmonie und Dynamik zugleich. Der gleichmäßige Ellbogen-Verband des Pflasters geht in wellenförmige Stufen über, die ihrerseits in einer Begrenzung aus vorgewittertem, rostrotem Stahl münden. Der Materialmix fügt sich so zu einem vitalen und abwechslungsreichen Gesamtbild, das je nach Blickwinkel neue Eindrücke vom Platz vermittelt. Der Pflasterklinker müsse nicht nur warm und einladend wirken und in die Umgebung passen, vielmehr müsse er auch den Anforderungen an die starke Nutzerfrequenz gewachsen sein, resümiert Sødring. Die hohe Qualität der Hagemeister-Klinker könne zudem auch dem wechselhaften skandinavischen Klima standhalten. Dazu sei das Pflaster ein perfekter Übergang zwischen der Brücke und der traditionellen Umgebungsbebauung.

Attraktive Funktionalität

Mit dem Hagemeister Pflasterklinker ist es gelungen, ein modernes Bauwerk, das zu einem Wahrzeichen und Treffpunkt der Stadt geworden ist, mit den historischen Elementen der Nachbarschaft zu vereinen. Eine attraktive Funktionalität ist entstanden, die Besucher und Einheimische zugleich fasziniert und für eine hohe Identifikation sorgt. Direkt angrenzend zur Straße und den öffentlichen Verkehrsmitteln ist hier ein Treffpunkt für Fußgänger und Fahrradfahrer entstanden, der am Fuß der Byens Bro einen Ort der Lebendigkeit und Ruhe zugleich bietet.

Projektdaten

Architekturbüro: Gottlieb Paludan Architects, Kopenhagen
Auftraggeber: Odense Municipality
Pflaster-Klinker: 147.000 Stück Odensé (215 x 105 x 50 mm)
Gepflasterte Fläche: ca. 3.500 m²

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