Mit der Umgebung im Einklang

28.06.2017 Im Bildungszentrum Kindercluster De Oase der niederländischen Provinz Utrecht lernen Schüler verschiedener Einrichtungen unter einem Dach. Das Den Haager Architekturbüro Geurst & Schulze entwarf zwei zusammenhängende Baukörper: An der Nordseite des Grundstückes planten sie einen langen Riegel, der die Achsen der schmalen Fläche wie selbstverständlich aufnimmt. Ein mit diesem Riegel verbundener Kubus an der Nordostkante ergänzt die Anlage. Mittels einer klaren Gliederung in Teilbereiche verleihen die Planer dem Gebäude Struktur. Dadurch ist eine intuitive Orientierung sichergestellt. Hagemeister Klinker der Objektsortierung „Oase“ in Gelb- und Ockertönen kleidet das Gebäude. Im besonders schlanken Format betont das Material die starken Horizontalen des Komplexes. Dadurch erscheint der lang gestreckte Körper dynamisch und schafft Platz für das Lernen in gemeinschaftlicher Atmosphäre.

 

Utrecht gilt als akademisches, technisches und kulturelles Zentrum mit dynamisch, aufstrebendem Charakter. An diesem Leitbild orientierten sich die Architekten von Geurst & Schulze bei ihrem Konzept für den Schulneubau „Kindercluster de Oase“. Dieses sah vor, verschiedene Schulformen übersichtlich gestaltet zu einem zusammengehörigen Ganzen zu vereinen. Auf dem langgezogenen Grundstück realisierten sie einen schmalen Bau, der sich der urbanen Dynamik des Stadtteils anschließt.

Im Dudokschen Stil vereint

Das zweigeschossige Gebäude beherbergt verschiedene Bildungsstätten: Die Grundschule De Oase, einen Kinderhort De Klimboom & Spetenderwojs Utrecht mit Früh- und Vorschulerziehung sowie eine Turnhalle. Während die Schule im langen Riegel untergebracht ist, teilen sich Hort und Turnhalle den Anbau an der nach Nordost zeigenden Kante. Durch die Aufgliederung der Anlage finden sich Besucher intuitiv zurecht. Das Design ist vom Stil des niederländischen Architekten Willem Marinus Dudok inspiriert. Dieser vertrat eine Architektur der Schlichtheit im Stil der Amsterdamer Schule. Seine Entwürfe sind überwiegend mit hellem Mauerwerk gestaltet und definieren sich durch Einflüsse von H.P. Berlage sowie Frank Lloyd Wright.

Stilistische Schnittstellen

Die lange Nordfassade ist horizontal gegliedert. Im ½-versetzten Läuferverband gemauert zieht Klinker Parallelen und unterstreicht die gleichmäßigen, waagerechten Linien. Mit dieser Verarbeitungsweise entschieden sich Geurst & Schulze für ein in nächster Umgebung viel verwendetes Element. Dadurch knüpfen sie den räumlichen Bezug und schaffen stilistische Schnittstellen. Beim Betrachter entsteht ein Gefühl von Vertrautheit. Plastische Akzente, wie ikonische Pfeiler, teilen das Objekt in vier gleich große Abschnitte. Eine fünfte Einheit bildet der Kubus am Nordosteck. Mit seinem asymmetrisch auskragenden Eingang unterscheidet sich dieser Bereich deutlich von der homogen gestalteten Fassade. Die skulpturale Gliederung macht ihn zum markanten Zentrum des Komplexes.

Kommunikativer Charakter

Klinker von Hagemeister in Gelb- und Ockertönen mit sandfarbenen Akzenten und seichten Kohleaufschmauchungen verleiht dem „De Oase“ ein freundliches, offenes Wesen. In den schmalen Formaten 238 x 90 x 51 mm sowie 238 x 115 x 51 mm unterstützt der Klinker die starke Horizontalität des Neubaus. Getreu dem Dudokschen Stil wurde das Klinkermauerwerk im Halbsteinverband ohne Stoßfugen erstellt. Im Bereich der Pfeiler entschieden sich die Planer für Verband im versetzten Raster. In Kombination mit einer Fugenfarbe, die dem Klinker ähnlich gehalten wurde, kann sich der Effekt von Licht- und Schatteneinfall voll entfalten.

Kindliche Leichtigkeit

„Die ‚Oase‘-Sortierung verdankt ihre Lebendigkeit auch der besonderen Stapelung im Ofen. Dadurch bekommen die Klinker einen sanften Farbeffekt“, begründet Architekt Jeroen Geurst die Materialwahl. Das Projekt überzeugt mit einer harmonischen Kombination von Baustoff und Bautechnik: Während die Klinkersortierung einen leichten und beweglichen Eindruck macht, mündet die Entwicklung der klar strukturierten Architektur in ein Objekt mit beruhigendem Charakter. Gleichzeitig spiegelt das Kindercluster die Vielseitigkeit des Stadtteils Leidsche Rijn im niederländischen Utrecht wider.

Projektdaten
Architektur: Geurst & Schulze
Auftraggeber: Stichting Protestants Christelijk Onderwijs, Utrecht
Klinker: „Oase“ (238 x 90 x 51mm & 238 x 115 x 51mm)
Gemauerte Fassadenfläche: ca. 2.400 m²

Fotos: Andreas Secci

 

 

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