SPIEL DER GEGENSÄTZE

15.04.2016 Mit eleganter Anmutung und starkem Charakter zeigt der Neubau der „Aasee-Logen“ in Münster ein lebendiges Spiel der Gegensätze. In bester Lage zwischen Annette-Allee und Aasee-Ufer hat das Büro Hilger Architekten die exklusive Wohnresidenz mit fünf hochwertigen Eigentumswohnungen realisiert. Durch eine kontrastreiche Formen- und Materialsprache reagiert das Gebäude auf die unterschiedlichen Anforderungen seiner Positionierung: Während es sich mit großzügigen Glasflächen und logenhaften Terrassen dem See und Garten öffnet, präsentiert es sich auf der Straßenseite als geschlossener, kubischer Baukörper. Zur Unterstützung der Block-Wirkung entwickelten die Architekten eine detailreiche Fassade aus massivem Klinker-Mauerwerk. Die helle Objektsortierung „Bergheim FU“ von Hagemeister unterstreicht den monolithischen Charakter der Verblendfassade, verleiht ihr eine elegante Ausstrahlung und setzt lebendige Kontraste.

Das Villenviertel am Aasee ist geprägt von Wohnhäusern der 30er-Jahre, wohlhabenden Nachkriegsbauten und hochwertigen Architekturen der Gegenwart. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht, stehen die unterschiedlichen Bauten zwischen Seeufer und der prächtigen Annette-Allee. Mit dem Neubau der „Aasee-Logen“ hat das Architekturbüro Hilger in bevorzugter Wohnlage Münsters ein ausdrucksstarkes Gebäude verwirklicht, das als Einzelbaukörper wirkt und sich gleichzeitig in das bauliche Umfeld einfügt. Das zweigeschossige Volumen mit aufgesetztem Staffelgeschoss bietet auf 830 m2 Wohnfläche Raum für fünf exklusive Eigentumswohnungen. Bei der gesamten Gebäudeplanung setzten die Architekten auf spannungsreiche Gegensätze.

Zur Straße, die stark von Fahrradfahrern und Besuchern des Naherholungsgebietes frequentiert ist, zeigt sich der Bau geschlossen und zurückhaltend. Über die Seiten löst sich der blockhafte Kubus in einzelne Wandflächen auf und öffnet sich mit großzügigen Verglasungen dem parkähnlichen Seegrundstück. Geräumige Terrassen und Balkone greifen die strenge Linienführung der Wandscheiben auf und setzen diese als strukturierende Elemente zum Garten hin fort. „Wie die Logen in einem Theater bieten sie beste Aussicht auf das Schauspiel Aasee“, erklärt Architekt Jörg Hilger die Entwurfsidee. Im Kontrast zu dem zweigeschossigen, geradlinigen Kubus steht das aufgesetzte Penthouse, das rückseitig mit einem ausladenden, geschwungenen Dach einen starken optischen Akzent setzt.

Schwer und leicht zugleich

Gegenüber der lichten Fassadengestaltung auf der Seeseite steht die blockartige, geschlossene Straßenansicht. Die regelmäßige Lochfassade mit tiefen Laibungen ist mit hellem Klinker der Sortierung „Bergheim FU“ aus dem Nottulner Klinkerwerk Hagemeister verblendet. Der Ziegel in freundlichen Gelb- und Beigenuancen mit natursteinfarbigen Zügen verleiht dem Gebäude eine edle, wertige Anmutung. In Ambivalenz zur monolithischen Wirkung des Mauerwerks steht die helle, freundliche Farbe des Klinkers, die für Leichtigkeit sorgt. „Für uns war von Beginn an klar, dass wir Klinker verwenden wollen. Er ist werthaltig, wartungsarm und auch bauphysikalisch sinnvoll. Gleichzeitig stellen wir damit den historischen Bezug zu Münster her“, erklärt Jörg Hilger die Wahl des Fassadenmaterials. „Um die kubische Erscheinung des Baukörpers zusätzlich zu unterstreichen, haben wir die Fugen der Farbigkeit des Klinkers angepasst und auch die Abdeckungen des Mauerwerks in einem entsprechenden Farbton gewählt. So erscheint die Wand noch flächiger“, beschreibt der Architekt weiter.

In partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit dem Klinkerwerk Hagemeister entwickelten die Planer ein detailliertes Fassadenkonzept: Das Mauerwerk ist in einem lagenweisen Wechsel von drei Klinker-Formaten (DF, NF und 2 DF) in variierender, horizontaler Abfolge umgesetzt. Dabei wurde ausschließlich die Fußseite des Klinkers nach außen vermauert, die normal als Lagerseite beim Brennvorgang dient dient. „Dadurch bekommen wir eine etwas rauere, natursteinähnliche Struktur, die das Mauerwerk noch schwerer und massiver wirken lässt“, erklärt Jörg Hilger. Jede einzelne Schicht wurde genau geplant und vermessen, um an den Fensterstürzen und -bänken sowie sonstigen Abschlüssen die exakten Höhen zu erreichen. Die Stürze sowie die Konstruktion für das weit ausladende, runde Dach wurden als Betonfertigteile vorproduziert und mit entsprechenden Klinkerriemchen der Hagemeister-Sortierung „Bergheim FU“ beklebt.

Individueller Charme

Das Spiel mit Gegensätzen ist am gesamten Gebäude fortgeführt: Ein tief rotes Vordach im Eingangsbereich kontrastiert den hellen Klinker, ebenso wie die mit dunkelgrauen Fassadenplatten bekleideten seitlichen Wandscheiben. Die raue, grobe Oberfläche des Klinkermauerwerks steht der feinen Materialität des Innenausbaus gegenüber. Insgesamt hat das Architekturbüro Hilger mit den „Aasee-Logen“ eine sehr qualitätsvolle Architektur realisiert, die sich durch Form und Materialsprache optimal in das städtebauliche Umfeld der Villengegend einfügt und gleichzeitig mit individuellem Charakter hervortritt. 

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