Apartmenthaus KSG Heilige Familie, Berlin

31.05.2019 Berlin-Prenzlauer Berg ist ein trendiges Szeneviertel mit jungem Stadtbild. Im Vergleich zum Rest der Hauptstadt leben hier überdurchschnittlich viele Menschen zwischen 20 und 44 Jahren – und diese stehen für das Phänomen "Berliner Babyboom". Wohnraum ist entsprechend knapp und begehrt, die wenigen verbleibenen Baulücken wollen sinnvoll genutzt werden. Diesem Anspruch wird das Neubauprojekt der katholischen Kirchengemeinde Heilige Familie in der Schievelbeiner Straße gerecht: ein Wohn- und Geschäftshaus mit Kindertagesstätte und Appartements für Studierende.

Ein wahrer Blickfang ist die Fassadengestaltung in Anlehnung an die benachbarte St.-Augustinus-Kirche, ein Backsteinbau des bekannten Kirchenarchitekten Joseph Bachem. Eigens für das Bauprojekt entwickelte das Nottulner Klinkerwerk Hagemeister einen Sonderstein mit Höckerprofil. Dieser verleiht der Fassade einen geradezu skulpturalen Charakter.

Huldigung der Berliner Kirchenarchitektur

Der Neubau fügt sich zur Straße hin als Lückenbebauung harmonisch in die Umgebung ein und fungiert somit wie ein Schlussstein. Zum Hof hin ist das Gebäude offener konzipiert. Die Fassadengestaltung mit Klinkern aus Nottuln greift auf rund 1.500 Quadratmetern Fläche die Bauweise der St.-Augustinus-Kirche auf. "Wir wollten den Charakter des Gebäudes als ein mit St. Augustin zusammenhängendes Objekt darstellen. Der Architekt Bachem hat in meisterlicher Weise den Klinker eingesetzt, um seine Kirche als Solitär zu manifestieren, der einerseits eingebunden ist, andererseits eine Sonderrolle einnimmt", erläutert Architekt Stephan Thiele, von dem der Entwurf für das Wohn- und Geschäftshaus stammt. Die Wahl fiel auf die Sortierung Alt Berlin GT, ein Fassadenstein in elegantem Schwarz-Anthrazit mit silbrigen Anflammungen.

Während die homogene Farbgestaltung für ein einheitliches Erscheinungsbild sorgt, zeigen die zwei unterschiedlichen Formate die gestalterische Vielfalt einer Klinkerfassade: In den oberen Etagen wurden Normalformate, im Erdgeschoss der eigens für das Bauprojekt angefertigter Sonderformklinker mit Höckerprofil eingesetzt – jeweils im Halbsteinverband. Der Profilklinker mit seinen Vor- und Rücksprüngen gibt dem Gebäude eine plastische Relief-Struktur und verleiht der sonst eher reduzierten Formensprache des Baus raffinierte Details sowohl in der Optik als auch der Haptik.

"Die Gegenüberstellung von Vertikalen im Sockelbereich und der Bänderung in den Obergeschossen stellen für uns die Übersetzung der unterschiedlichen Funktionen des Gebäudes dar: lagernd und horizontal das Wohnen, vertikal und offen die Kita", so Thiele weiter. Obwohl die Verblendung mit Klinkersteinen die Fassadengestaltung des Neubaus dominiert, kommt als strukturierendes Element auch der Baustoff Putz zum Einsatz: Die Putzflächen gliedern die Fassadenflächen und fassen die Mauerwerkselemente ein. Somit wirkt der Neubau mit Klinkerfassade zeitlos und klassisch.

Projektdaten

  • Ausführendes Architekturbüro: Stephan Thiele, Dipl. Ing. Architekt
  • Auftraggeber: Katholische Kirchengemeinde Heilige Familie, Berlin
  • Klinker: „Alt Berlin GT“ in NF (240 x 115 x 71 mm) und Sonderformklinker Höckerstein
  • Verklinkerte Fassadenfläche: ca. 1.500 m²

Weiterführende Links

Ergänzende Fotos zum Projekt unter diesem Link
Weitere Referenzen zu "Alt Berlin" hier

<- Zurück zu: BrandNeues

zum Seitenanfang