Fels in der Brandung

11.05.2002 Einkaufszentrum in Halle-Neustadt als städtebaulicher Ruhepunkt.

In Halle-Neustadt ist es dem Architektenduo Hubert Hermann und Francy Valentiny (Wien und Luxemburg) in einem schwierigen baulichen Umfeld gelungen, mit dem Bau eines großen Einkaufszentrums einen städtebaulichen Ruhepol zu schaffen und damit ein deutliches Gegengewicht zu der in diesem Stadtteil vorherrschenden Plattenbauweise zu setzen.

Der monolithisch wirkende Baukörper mit seiner markanten Klinkerfassade in dunkelbraun und dunkelviolett changierenden Farbtönen der Hagemeister-Sortierung "Boston" wirkt von außen wie ein "Fels in der Brandung" gedankenloser Bausünden der Vergangenheit. Mitten auf einem riesigen Platz an einer sechsspurigen Ost-West-Achse ist auf einem umbauten Raum von 357.335 Kubikmetern ein beliebter städtischer Treffpunkt entstanden, der dem zersiedelten Stadtteil durch gestalterische Stringenz eine neue Mitte gegeben hat.

Ein besonderes Merkmal des voluminösen Baukörpers ist seine gewölbte, schiffsbugähnliche Form mit den bewusst reduzierten Einschnitten in der Fassade. Über 400.000 Klinker einschließlich rund 60.000 sogenannter Spaltklinker für die Fassadenabschnitte in Wärmedämmverbundsystem-Ausführung bilden den erhabenen und unerschütterlich wirkenden Bauch des schon von weitem erkennbaren, unverwechselbaren Stadtschiffes. Es gewährt in seinem geborgenen Inneren unter anderem Raum für einen Supermarkt, zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte, unterschiedliche Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe sowie nicht zuletzt für ein Groß-Kino mit mehreren Sälen.

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