Gemischte Pixel an der Hauswand

02.05.2018 Der Stadtteil Buiksloterham im Norden Amsterdams wandelt sich seit einigen Jahren von einem Industrie- und Gewerbegebiet hin zu einem hippen und nachhaltig orientierten Quartier für Wohnen und Arbeiten. Der im Februar 2017 fertiggestellte Wohnkomplex PUUUR BSH repräsentiert diese Entwicklung: Das nach den Wünschen der Eigentümerschaft maßgeschneiderte Gebäude mit 32 Eigentumswohnungen, drei Gewerbeflächen und mehreren Gemeinschaftsräumen ist zu 100 Prozent klima- und nahezu energieneutral (EPC 0,15). Hagemeister-Klinker in einer eigens angefertigten Objektsortierung unterstützt diesen Nachhaltigkeitsgedanken.

Nachhaltiges Wohnen in Amsterdam

Verdreckt, heruntergekommen, nicht wohnenswert – so sah der Amsterdamer Stadtteil Buiksloterham aus, nachdem große Firmen wie Fokker, Shell und verschiedene Werften ihn verlassen hatten. Nördlich des Meeresarms IJ, so schien es, gab es nichts, was jemals wieder jemanden anlocken könnte. Doch die Stadt entschied sich, das Gelände neu zu beleben: Der fast zum Sterben verurteilte Stadtteil sollte einer vielfältigen Nutzung zugeführt werden. Gewerbe, Wohnen und Einkaufen sollten hier eine neue Heimat finden. Heute ist wieder Leben eingekehrt. Große Wohnkomplexe, kleine Häuser – teils von Privatleuten in Eigenleistung errichtet – sowie Büros, Geschäfte und Cafés haben sich angesiedelt. Spezielle Pflanzen helfen Boden und Wasser, die Verunreinigungen der alten Tage wieder langsam abzubauen.

Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt

Unweit eines Kanals, der in den IJ mündet, ist das PUUUR BSH entstanden, ein Wohnkomplex, der die moderne Entwicklung des Stadtteils aufgreift und gekonnt weiterführt. Die Klimaneutralität wird durch weitere Eigenschaften ergänzt: Das Gebäude ist zudem mit Solarmodulen und -kollektoren ausgestattet und verfügt über Dreifachverglasung, einen Regenwasserpuffer, ein gemeinsames Wärmerückgewinnungssystem sowie eine Wärme- und Kältespeicherung mit Fußbodenheizung und -kühlung. Für den Entwurf verantwortlich zeichnet das örtliche Architekturbüro Atelier PUUUR, das gleichzeitig als Miteigentümer auftritt.

Maßgeschneiderter Objektklinker

Der Nachhaltigkeitsgedanke spiegelt sich auch an der Gebäudehülle des PUUUR BSH wider. Die Fensterrahmen sind, in Anlehnung an die Eisenbahnlinie in der Nähe, aus eloxiertem Aluminium hergestellt. Die Fassadenverkleidung besteht aus einem farbigen, Prefab gefertigten Mauerwerk mit einem maßgeschneiderten Objektklinker von Hagemeister. Die federführenden Architekten Furkan Köse und Brecht Goeman haben die Sortierung „PUUUR“ in enger Zusammenarbeit mit dem Nottulner Traditionsunternehmen entwickelt: „Bei Hagemeister konnten wir in aller Freiheit an der Objektsortierung feilen. Wir konnten mit Format, Farbe, Textur und auch mit der Sinterung experimentieren“, zeigt sich Köse zufrieden.

Gleichförmige Struktur im vierfarbigen Mix

Die Objektsortierung „PUUUR“ basiert auf zwei bestehenden Hagemeister-Sortierungen mit Oberflächenstrukturen, die an klassische Handstrich-Klinker erinnern – ein guter Ausgangspunkt für die helle, in Beigenuancen spielende Fassade, die die Architekten für den Komplex im Sinn hatten. Darüber hinaus wollten Köse und Goeman einen harten, nachhaltigen und gleichmäßig geformten Klinker, um den damit geschmückten Flächen und Leisten in der Fassade eine gleichförmige Struktur zu geben. Das Atelier PUUUR verarbeitete die Klinker sowohl mit der Vorder- als auch der Rückseite an der Gebäudehülle. Dadurch entstand ein vierfarbiger Mix: Beige, Grau, Gelb und Weiß – jeweils changierend durch die Farbnuancen der individuellen Klinker. Die dunkelsten Sinterungen sortierten Hagemeister und das Atelier PUUUR aus, um schwarze Punkt-Akzente in den Fassaden zu vermeiden.

Besonderes Format kaschiert Übergänge

Das besondere Klinkerformat der Objektsortierung (260 x 90 x 51 mm) erzeugt in Verbindung mit dem Stapelverband sowie den gegenläufigen Grenadierschichten einen besonderen Effekt. Die doppelten Klinkerlagen werden genutzt, um die Übergänge zwischen den Prefab-Fassadenelementen – wie tiefe Scheinfugen, die an beiden Seiten von einer Klinkerreihe flankiert werden – zu kaschieren. „Zugleich aber sorgt das Linienspiel dieser zurückliegenden Scheinfuge für den besonderen Charakter der gemauerten Fassade“, so Köse. „Hier fließt die Charakteristik der Objektsortierung zusammen: Die gleichmäßig geformten Ziegel, die ansprechende Farbnuancierung und das besondere Format tragen zur architektonischen Qualität und zur Ausstrahlung des Gebäudes bei. Der Klinker wird in diesem Entwurf als Pixel verwendet, die wir an der Fassade optimal miteinander mischen konnten.“

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