"Kunst am Bau" oder die Synthese ästethischer Ambitionen

29.11.2002 Wohn-, Arbeits- und Atelierkomplex mit anspruchsvoller Fassadenausgestaltung durch Hagemeister-Klinker "Lübeck".

Die Liebe zur modernen Kunst charakterisiert sein Leben ebenso wie der erfolgreiche Handel mit Immobilien. Der Geschäftsmann Hans Grothe, der 1930 als Bergmannssohn geboren wurde, sammelt seit Beginn der 60er Jahre deutsche Gegenwartskunst der Nachkriegszeit. Seine heute weit über 800 Werke umfassende Sammlung gilt international als eine der bedeutendsten auf ihrem Gebiet und liest sich wie das "Who is who" führender Namen der Bildenden Kunst in Deutschland. Beuys und Baselitz, Lüpertz und Polke, Richter und Balkenhol gehören unter anderem zu den über 30 Künstlern, deren Werke Grothe im Lauf der Zeit erwarb. Im neueröffneten Museum Küppersmühle im Duisburger Binnenhafen sind viele dieser bemerkenswerten Werke ausgestellt.

Ebenfalls in Duisburg, im Stadtteil Hamborn, direkt am Rheinufer hat der erfolgreiche Kaufmann und Kunstmäzen für sich ein ungewöhnliches Wohnhaus errichtet, das beispielhaft seine Ambitionen für Kunst und Bauen widerspiegelt. Als Synthese dieser beiden Leidenschaften ist ein Gebäudekomplex entstanden, dessen drei zueinander versetzte Kuben die doppelte ästhetische Schulung durch Architektur und moderne Kunst zum Ausdruck bringen.

Die Pläne zu seinem Wohn- und Arbeitshaus hat Hans Grothe selbst entworfen. Dabei sind Analogien zum zeitgenössischen Museumsbau und zum strengen, arthmetisch klaren Bauhaus-Stil unverkennbar. Wer sich gern mit Kunst umgibt, wird für sie auch immer einen geeigneten Präsentationsrahmen wählen. So ist das Haus mit der 890 Quadratmeter großen Nutzfläche vom Bauherren gleichzeitig auch als ein Domizil der Kleinodien moderner Kunst konzipiert. Daher legte Grothe auch besonderen Wert auf die Wirkung der Fassade, die durch ihre spezielle Gestaltung Teil des "Gesamtkunstwerkes" am Duisburger Rheinufer geworden ist.

Für die auffällige und markante Klinkerfassade wählte der Kunstliebhaber die Hagemeister-Sortierung "Lübeck". Der in allen Tönen des Farbspektrums changierende Klinker aus Nottuln passt sich nicht nur hervorragend an die durch die Industriearchitektur geprägte Umgebung an, sondern erlaubte auch die handwerklich kunstvolle Umsetzung der vom Planer beabsichtigten Effekte. So setzen sich etwa die horizontal verlaufen-den Fenstersprossen als rückwärtiger Einschnitt im Mauerwerk fort und wirken durch den mit Klinkern geschaffenen Hohlraum wie waagerechte Lisenen an allen drei Kuben. Ferner wurde der Verlauf der Fensterbänder exakt auf die Fassade abgestimmt. Das erforderte vom Hersteller eine auf das Objekt genau abgestimmte Produktion und Logistik, die den hohen künstlerischen und gestalterischen Anforderungen von Hans Grothe entsprachen.Entstanden ist ein ungewöhnlicher Klinkerbau am Duisburger Rheinufer, der zugleich einen einladenden Rahmen für die moderne Kunst darstellt. Sie lädt bereits im Park zum Dialog und zur Auseinandersetzung ein.

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