Premiere - Hagemeister-Seminar in Moskau

25.05.2019 Dem zentralen Thema „City-Blocks“ gewidmet, fand in Moskau das erste ausländische Klinkerseminar des Klinkerwerkes Hagemeister statt. Die Location war dem Kontext entsprechend gewählt: Die Räume von Sergey Skuratov Architects direkt im Garden Quarter, Moskau City.

Pero Puljiz und Jan-Willem Baijense von de Architekten Cie. hielten einen Vortrag über die detailorientierte Verwendung von Klinkern in ihrem Entwurf des großen Moskauer Wohnviertels Vander Park. Tako Postma von Inbo sprach über die sozialen Auswirkungen von Architektur und legte dar, wie Inbo beispielsweise in Zusammenarbeit mit künftigen Bewohnern und Nutzern über den Architekturansatz an nachhaltigen Lebensgemeinschaften schmiedet. Sergey Skuratov schloß thematisch mit seinen Visionen von modernem Städtebau ab. Alle Themen fanden beim Plenum großen Anklang.

Das Hagemeister-Seminar in Moskau ist eine Antwort auf das wachsende Interesse russischer Investoren, Architekten und Städtebauer am Baumaterial Klinker. In der russischen Metropole ist in den vergangenen Jahren ein Architekturklima mit mehr Auge für einen feinsinnigen Städtebau entstanden. Auftraggeber und Architekten assoziieren Klinker mit Qualität und nutzen das Material gern an den Fassaden großer Bauprojekte, um Nachhaltigkeit und ein “menschliches Maß” umzusetzen.

Ausgewählte russische Investoren und Architekten waren von Hagemeister, dem russischen Partner und Sergey Skuratov Architects zu dem Seminar über Städtebau mit Klinker eingeladen worden. Das Fachseminar fand im Büro des namhaften Architekten Skuratov statt. Neben ihm selbst sprachen zudem drei Kollegen aus zwei niederländischen Architekturbüros: Pero Puljiz und Jan-Willem Baijense von de Architekten Cie. sowie Tako Postma von Inbo.   

Für das Klinkerwerk Hagemeister war unter anderem Christian Hagemeister aus der Geschäftsführung mit nach Russland gereist: „In Moskau gibt es ein wachsendes Interesse am niederländischer Städtebau-Architektur und einer gewissen Klinkerkultur. Für russische Begriffe gehen niederländische Architekten frei, kreativ und mutig mit Klinker um. Hier waren alle sehr interessiert, wie de Architekten Cie. mit Klinkern dem Moskauer Wohnkomplex städtebauliche Qualität und eine Verfeinerung gegeben haben. So schafft man auch für Investoren einen Wert. In Russland ist das immer ein Prozess, bei dem wir als Produzent intensiv mit den Architekten und Projektentwicklern zusammenarbeiten. Auch waren die Russen neugierig, wie die niederländischen Planer das Wohngebäude nicht allein für die Bewohner, aber auch für Nutzer von außen entwarfen – und so einen Mehrwert für die Stadt kreierten.”

Architekt/Partner Pero Puljiz und Architekt/Associate Jan-Willem Baijense von de Architekten Cie. erörterten in ihrem Beitrag, wie sie dank Klinkereinsatz im Projekt Vander Park ein 'menschliches Maß' vermitteln konnten. De Architekten Cie. teilte das tausend Wohnungen zählende Wohngebäude in unterschiedlich große Türme auf. Die Türme sind zum Teil gedreht und bekamen unterschiedliche Klinkerfarben in den Hagemeister-Sortierungen Liverpool GT+FU, Woerden Alt, Lübeck GT+FU, Kopenhagen BA, Luca und Weimar HS an den Fassaden. Pero Puljiz: „Wir haben aus diesen Hagemeister-Sortierungen fünf Fassadenentwürfe entwickelt, stets mit einer anderen Gestaltung des Mauerwerks.”

Tako Postma, Architekt/Partner von Inbo, beleuchtete auf dem Moskauer Hagemeister-Seminar die Bedeutung, die Inbo an die sozialen Auswirkungen von Architektur knüpft. Das Büro entwirft Projekte gern in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber, künftigen Bewohnern und Nutzern der Gebäude. Postma: „Wenn sich Menschen bereits kennen, bevor sie ein neues Gebäude beziehen, ist das ein gutes Fundament für eine feste, nachhaltige Gemeinschaft.“

Auch diese neue Rolle für Auftraggeber und Nutzer fand unter den Seminarbesuchern Anklang, so Frank Hagen, Berater für Hagemeister in den Niederlanden: „Die Teilnehmer sahen Chancen in der Philosophie von Inbo, um sozial kohärente Wohnviertel zu kreieren, gerade bei den großformatigen Wohnkomplexen, die man durchgängig in Moskau baut.“

Tako Postma ging in Moskau ausgebreitet auf das von Inbo bottom-up entworfene Wohnquartier Space-S in Eindhoven ein. Die zukünftigen Bewohner dachten als aktive “Co-Kreative” und leitende Auftraggeber intensiv über ihre eigene Wohnung und Lebensumgebung nach. Das führte zu einer nachhaltigen Nachbarschaft mit sieben Gebäuden an grünen Höfen. Mehr als 200 verschiedene Wohnungstypen sind hier zu finden – vom Appartement mit 110 Quadratmeter für große Familien bis zu Lofts über Hotel-Appartements von 30 Quadratmeter mit Gemeinschaftsversorgung und bis zu Studentenwohnungen sowie Wohnungen mit mehr Raum für Hobby oder Arbeit. Hinzu kommen Studios für betreutes Wohnen.

An den Fassaden wird die Diversität in sechs Hagemeister-Sortierungen (Lübeck, Liverpool, Rostock, Weimar, Farsund und Ruhrerde) ausgedrückt – Architekt wie Bewohner wünschten sich Gebäude, die zur bestehenden industriellen Klinkerarchitektur in Strijp-S passt.

Der Hausherr Sergey Skoratov rundete den Vortragsteil dann mit seinen visionären Vorstellungen von moderem Städtbau ab. Das gerade Klinker als Material eine große Rolle spielt betonte er besonders. Gerade seine Projekte Garden Quarter, Burdenko und Egodom verkörpern diese Haltung und seinen architektonischen Ansatz in hohem Maße.

Das er direkt im Anschluss an die Vorträge alle zu einer von ihm persönlich geleiteten Führung durch das Quartier “Garden Quarter” einlud, war das krönende Highlight des Events.

So gab es städtebauliche moskauer Architektur mit Klinkern zum “Anfassen”. “Nach den sehr spannenden Vorträgen live noch dieses eindrucksvolle Bautenensemble zu erleben und darin mit seinem “geistigen Vater” zu wandeln war ein einmaliges Erlebnis – zumal es fast ausschließlich mit einer speziellen Objektsortierung von uns erbaut wurde.” so das Fazit von Christian Hagemeister.

Am Tag danach bot Hagemeister den Referenten und den mitgereisten Mitarbeitern noch eine kleine Architektur-Exkursion durch ganz Moskau an, die natürlich auch das gelieferte Vander Park-Projekt und Burdenko Building umfasste. Gerade zu Vander Park konnten dann Pero Puljiz und Jan-Willem Baijense noch den einen oder anderen kleinen interessanten Blick “hinter die Kulissen” des Bauwerks gewähren.

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