Städtische Gartenwohnungen, Arnheim

11.07.2019 Inspiriert von den modernistischen Wohnungen, die Mies van der Rohe 1959 für den Lafayette Park in Detroit entworfen hat, konzipierte das Atelier Kempe Thill, Rotterdam, im Arnheimer Spijkerkwartier vier gleichartige Gebäude mit insgesamt 16 städtischen Gartenwohnungen. Ihre Grundrisse wurden den individuellen Wünschen der Bewohner angepasst. Nach außen hin strahlen die Baukörper eine Einheit aus. Diese wird hervorgerufen durch die homogene Fassade mit Klinkern der Hagemeister-Sortierung Weimar HS im Dünnformat. Die mit der Sortierung Vancouver gepflasterten Wege fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein.

 

Individuelles Interieur, einheitliches Exterieur

Projektarchitekt Jan Gerrit Wessels typisiert den Entwurf als 'komplexe Einfachheit': "Der Auftraggeber wollte hier an diesem Ort eine hohe Dichte bei einer festgelegten maximalen Bauhöhe über zwei Geschosse und einer extra Wohnungsbreite für mögliche Differenzierungen." Die Individualität der Grundrisse steht im Gegensatz zur Uniformität des Exterieurs. "Um die Häuser herum wollten wir eine ruhige, einheitliche Ausstrahlung aus einem Guss: ein elegantes, autonomes Objekt mit einer eigenen Identität im Viertel", so Wessels. Der Architekt wählte Klinker als Fassadenmaterial. "Durch die sorgfältige Verarbeitung und das Augenmerk auf Details entstand eine gewisse Strenge. Beispielsweise sind die Rahmen der Haustüren außer Sichtweite hinter dem Mauerwerk platziert worden und die großen, verklinkerten Blumenbeete sind Teil der Gebäudehülle", erläutert Wessels.

Hinsichtlich der Farbgebung war ein heller Klinker gefragt, der Tageslicht gut reflektiert und den Binnenwegen eine entsprechende Freundlichkeit verleiht. Diesen Anspruch erfüllt die Hagemeister-Sortierung Weimar HS mit ihrem weiß-beigen Grundton und der markanten Handstrich-Oberfläche, die typische, leicht wellige Kanten aufweist. Sie ist mit zusätzlichen Lehmresten versehen, die mit gebrannt wurden. Wessels: "Bei Hagemeister konnten wir diesen Klinker perfekt feintunen. Der Produktionsprozess konnte sehr präzise angepasst werden."

Die Klinker wurden auf Wunsch des Architekten mit einer zusätzlichen Scheinfuge versehen. In Kombination mit den Mauerarbeiten im Halbsteinverband entstand hierdurch an den Fassaden ein "Fliesenverband" aus Klinkerköpfen. "Durch die Scheinfuge konnten wir die Dilatationsfugen kaschieren und einen Mauerverband ausschließlich mit Kopfseiten von 115 x 52 Millimeter realisieren. Die Dilatationen sind hinterher mitgefugt worden, genau so wie die Scheinfugen", erklärt Wessels. An den Gebäuden ist eine lichtgraue, 12 Millimeter tiefe, zurückliegende und gebürstete Fuge angebracht worden. Wessels: "Durch die Tiefe bekommt jeder Klinkerkopf eine eigene Präsenz und die subtilen Farbnuancen im Mauerwerk dringen mehr nach vorn. Die lichtgraue Farbe der Fugen verleiht dem Mauerwerk eine weichere Ausstrahlung. Durch das tiefe Verfugen erinnern die Fassadenecken an einen 'kleinen Kamm': jeder Kopf eines Eckklinkers wird durch fehlende Fugen sichtbar."

Projektdaten

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