Das Gotland

Das Gotland

Über dieses
Projekt

Standort: Berlin, Deutschland
Objekttyp: Wohngebäude
Architektur: Gnädinger Architekten, Berlin
Projektarchitekt: Rolf Gnädinger, Martin Chmilecki
Auftraggeber / Bauträger: Prenzlauer Gotlandhof GmbH
| Farsund HS | NF (240 x 71 x 115 mm) ca. 5500 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Der Berliner Bezirk Prenzlauer Berg hat sich nach der Wende erst zum Szeneviertel und dann zum Familienbezirk entwickelt. Am nördlichen Rand des Bezirks im Übergang zu Pankow hat das Büro von Gnädinger Architekten einen L-förmigen, 7-geschossigen Wohnkomplex realisiert, der auf die noch vorhandene Blockrandbebauung am äußeren Ende des Prenzlauer Bergs reagiert. Mit der Klinkerfassade, bei der die Wahl auf die Hagemeister-Sortierung „Farsund HS“ fiel, konnten weiche Formen und Rundungen umgesetzt werden. 

Die Architekten standen vor der Herausforderung besonderer städtischer Gegebenheiten. „Die urbane Nachverdichtung am nördlichen Rand von Prenzlauer Berg am Übergang zum Stadtbezirk Pankow musste mit ihrer Kubatur und Gestaltung auf die lockere Bebauung des angrenzenden, ehemaligen DDR-Botschaftsviertels reagieren und zu den Brachflächen aus Nachkriegszeiten sowie der noch vorhandenen Blockrandbebauung vermitteln“, erläutert Entwurfsarchitekt Rolf Gnädinger. Dies ist ihm mit dem L-förmigen Komplex „Das Gotland“ gelungen. Drei kleinere Wohnbauten bilden durch ihre geschickte Anordnung einen qualitativ hochwertigen innerstädtischen Hof. In dem neuen Quartier sind 136 unterschiedlich große Einheiten entstanden. Im Erdgeschoss finden sich Geschäfte des Einzelhandels.

Für die Fassadengestaltung kamen Klinker des Nottulner Werks Hagemeister zum Einsatz. Das Architekturbüro entschied sich für die gräulich weiße mit beinahe bläulichen Partien nuancierte und mit charakterstarkem Kohlebrand gesinterte Sortierung „Farsund HS“, die eine handstrichartige Oberflächenstruktur aufweist und im Dünnformat verarbeitet wurde. Mit der Klinkerfassade wurden weiche Formen und Rundungen realisiert. „Das differenzierte Zusammenspiel von runden Formen mit kantigen Baukörpern gibt dem neuen Quartier in Verbindung mit sorgfältig ausgearbeiteten Fassadenöffnungen Vielfalt im Ausdruck und nimmt insgesamt die Größe der Bebauung etwas zurück“, sagt Rolf Gnädinger.

Die Flächen wurden im wilden Verband ausgeführt. In Kombination mit den französischen Fenstern und weit auskragenden Balkonen ergibt sich so ein lichtdurchflutetes und vielschichtiges Fassadenbild. Dehnungsfugen wurden als Mäanderfugen mit elastischer Verzahnung ausgebildet. Um die Homogenität der Gebäude im Ganzen zu unterstreichen, wurde auf durchgehende vertikale Fugen verzichtet.

Ein verglastes Staffelgeschoss mit Dachterrassen schließt den Baukörper nach oben hin ab. Der Baustoff Klinker wurde mit den Materialien Holz und Metall kombiniert. Für Balkone, Fenster, die abgesetzte Erdgeschosszone und das rückversetzte Dachgeschoss wurden pulverbeschichtete Stahlkonstruktionen entwickelt. Die Architektur des Gebäudes bringt mit seiner Helligkeit, seiner Leichtigkeit und der typischen Zurückhaltung ein skandinavisches Flair in das Viertel Prenzlauer Berg.

»Das differenzierte Zusammenspiel von runden Formen mit kantigen Baukörpern gibt dem neuen Quartier in Verbindung mit sorgfältig ausgearbeiteten Fassadenöffnungen Vielfalt im Ausdruck und nimmt insgesamt die Größe der Bebauung etwas zurück.«

Rolf Gnädinger, Gnädinger Architekten, Berlin

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