Stadthaus Kleve
Stadthaus Kleve: Auf einer Wellenlänge
Über dieses
Projekt
| Lage: | Kleve, Deutschland |
| Objekttyp: | Wohngebäude |
| Architektur: | Architekturbüro Hülsmann Thieme Minor |
| Architekt: | Friedhelm Hülsmann und Kevin Minor |
| Foto: | Dieter Sieg |
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Objektsortierung -Infos auf Anfrage. |
Marbach GT Riemchen in quadratischem Format |
| Klinker | Format |
Ein erdiges, natürliches Material kombiniert mit einer markanten Reliefstruktur: Das war die Vision der Architekten Friedhelm Hülsmann und Kevin Minor für ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus in Kleve. Ziel war ein Fassadenbild mit horizontaler Wellenform, das sich ruhig und selbstverständlich in das urbane Umfeld einfügt.
Gestalterische Idee: Klassizismus, neu interpretiert
Mehr noch: Die Fassade sollte an die geradlinige Architektur des Klassizismus im 18. und 19. Jahrhundert erinnern – eine prägende Epoche des Herzogtums Kleve. Damals entstanden ausgedehnte Parkanlagen und ein Amphitheater; an antiken Vorbildern orientiert, tauchten an Säulen vertikale Auskehlungen auf: Kanneluren. Dieses Motiv diente als gestalterischer Anker jedoch nicht als Zitat, sondern als subtile Übersetzung in eine zeitgemäße Fassadensprache.
Vom Motiv zum Material: Ein projektindividuelles Klinkerriemchen
Um die Idee konstruktiv und wirtschaftlich umzusetzen, entstand gemeinsam mit Hagemeister ein eigens entwickeltes Klinkerriemchen:
- Sortierung: Marbach GT (heller, sandiger Farbton)
- Format: quadratisch
- Profil: ausgeprägte „Wellen“ für eine reliefartige Oberfläche
Für die Strangpressung des beige brennenden Tons fertigten wir ein projektspezifisches Mundstück. Dieses Auspresswerkzeug erzeugt die plastische Struktur und macht aus der historischen Referenz eine handwerklich herstellbare Oberfläche.
Oberfläche, Dauerhaftigkeit und WDVS-Tauglichkeit
Die Riemchen werden aus dem ganzen Klinker gefertigt. Das sichert hohe Härte, eine robuste Oberfläche und erweitert die gestalterischen Möglichkeiten. Gerade auf Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS) spielt die geringe Tiefe der Riemchen ihre Vorteile aus. Die helle Patinierung entsteht durch eine Engobe, die vor dem Brand auf die Tonstränge aufgetragen wird-
Präzision im Raster: 35.000 individuelle Elemente
Insgesamt prägen 35.000 projektindividuelle Klinkerriemchen das dynamische Fassadenbild. Mit nur neun Zentimetern Länge fügen sich die Elemente zudem passgenau in die Gitterstruktur des Gebäudes ein.