Bahnhofsvorplatz

Bahnhofsvorplatz

Über dieses
Projekt

Standort: Hedehusene, Dänemark
Objekttyp: Öffentlicher Raum
Architektur: JUUL | FROST ARKITEKTER A/S – AB, Kopenhagen
Friesland GT 2DF (240 x 113 x 115 mm) ca. 2500 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Als eine der wichtigsten Haltestellen auf der traditionsreichen Bahnlinie zwischen Kopenhagen und Roskilde, ist der Bahnhof in Hedehusene schon seit den 1850er Jahren Dreh- und Angelpunkt für Handel, Handwerk und Reisende. Besonders die Hedehusener Ziegelindustrie profitierte vom Bau des Schienennetzwerks. Doch mit dem Wachstum von Dienstleistungsunternehmen und dem Anstieg privater Fahrzeuge, haben heute viele Bahnhöfe ihre prominente Rolle in der Stadtlandschaft verloren. Der Bahnhofsvorplatz in Hedehusene wurde zuletzt hauptsächlich als Durchgangsraum genutzt. Aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens ist das Zentrum gesplittet. Da der Platz der einzige tatsächliche innerstädtische Freiraum war, lautete der Wunsch der Stadt, den Bahnhof selbst wieder zum Ziel zu machen und den Vorplatz als lebendigen und attraktiven Raum neu zu gestalten. Das Planungskonzept des beauftragten Architekturbüros Juul | Frost aus Kopenhagen sah vor, das gesamte Bahnhofsgebiet neu zu beleben und die Fläche als Mittelpunkt für Anwohner und Durchreisende zu etablieren. „Wir wollten einen Platz entwickeln, der die Passanten zum Innehalten bewegt“, sagt Architektin Helle Juul. „Er soll in den Menschen den Wunsch hervorrufen, den Zug oder den Bus zu verlassen – das Tempo herauszunehmen, zu entschleunigen und zu pausieren.“ Der multifunktionale Platz ist mit einer durchgängigen Oberfläche aus warmem, roten Pflasterklinker der Sortierung „Friesland“ von Hagemeister gestaltet. Von rotblaubunten Tönen über grau-silbrige bis hin zu weinroten Nuancen changierend, nimmt er ENTSCHLEUNIGEN UND ANKOMMEN Bezug auf die Materialität der Bahnhofsgebäude in klassisch-dänischer Backsteinarchitektur und schlägt gleichzeitig eine Brücke zur Geschichte der Stadt. „Dank der homogenen, roten Pflasterung haben wir einen Raum entwickelt, der die Grundlage existierender Gebäude aufgreift und das kulturelle Erbe von Hedehusene als ehemalige Hochburg der dänischen Ziegelproduktion mit seiner Materialität feiert”, erklärt die Architektin. Durch unterschiedliche Verlegerichtungen des Klinkers haben die Planer übergreifende Zonen mit verschiedenen Funktionen entwickelt, die individuell oder im Gesamten auch für größere Veranstaltungen genutzt werden können. Mit Sitzgelegenheiten, einer Amphitreppe, einem Wasserspiel und liebevoller Bepflanzung sind einzelne Räume entstanden, die die Kommunikation fördern und zum ungezwungenen, gemütlichen Aufenthalt einladen. Der Bahnhofsvorplatz in Hedehusene ist zum städtischen Mittelpunkt geworden. Als Eingangstor der Stadt richtet er die Aufmerksamkeit auf sich selbst und bildet den neuen zentralen Treffpunkt, auf dem das tägliche Leben sichtbar wird. Für die innovative Platzgestaltung ist das Projekt mit dem „Brolæggerpris 2017“ der Danish Construction Association ausgezeichnet worden.

»Der Klinker tritt in einen Dialog mit den bestehenden Bahnhofsgebäuden und zelebriert die Geschichte der Stadt als Ziegelhersteller.«

Helle Juul, JUUL | FROST ARKITEKTER, Kopenhagen