Bildungszentrum Bestehornpark

Bildungszentrum Bestehornpark

Über dieses
Projekt

Standort: Aschersleben, Deutschland
Objekttyp: Schule + Gesundheit + Sport
Architektur: Lederer Ragnarsdóttir Oei, Stuttgart
Auftraggeber / Bauträger: Stadt Aschersleben
Objektsortierung
-Infos auf Anfrage.
Aschersleben BA (NF 240 x 115 x 71 mm) ca. 2500 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Das Bildungszentrum Bestehornpark in Aschersleben ist das weithin sichtbare Vorzeigeprojekt der Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010. Lederer Ragnarsdóttir Oei Architekten haben das imposante Hauptgebäude der ehemaligen Kartonagenfabrik Bestehorn saniert und durch einen Flügelneubau mit geschlämmter, sandsteinfarbener Fassade aus Hagemeister Klinker ergänzt. Entstanden ist ein lebendiger Bildungscampus, dessen bauliches Ensemble die Dominanz der stadtbildprägenden Fabrik mit moderner Schularchitektur und dem kleinteiligeren Maßstab der baulichen Umgebung in Einklang bringt. Seit 1911 hat das monumentale Hauptgebäude der einstigen Bestehornfabrik nach Plänen des Stadtbaurates Hans Heckner die Innenstadt von Aschersleben dominiert. Mit dem Umbau des denkmalgeschützten „Heckner-Riesen“ und einem langgestreckten Anbau, den Lederer Ragnarsdóttir Oei ihm an die Seite stellten, haben die Architekten einen Campus geformt, der sich funktional und städtebaulich in das Stadtleben integriert. Vor allem die bewegte Dachlandschaft und die geschlämmte Klinkerfassade knüpfen an die historische Nutzung des Industrieensembles an und verleihen dem Bildungszentrum einen unverwechselbaren Charakter. Die unregelmäßig geneigten Dachflächen zitieren die Form von Sheddächern und übersetzen dieses Motiv der Industriebauten in das gestalterische Umfeld der neuen Nutzung als Bildungszentrum. Gleichzeitig ist das Dach in expressiven Bewegungen zum rückseitigen Park hin abgetreppt und gliedert das monumentale Bauwerk in die angrenzende Landschaft ein. Dieses Verschmelzen von bescheidener Rückschau und selbstbewusstem Blick in die Zukunft macht auch den Reiz der rau geschlämmten, sandsteinfarbenen Ziegelfassade aus. Das strukturierte Mauerwerk aus Hagemeister Klinker vermittelt in zurückhaltender Farbigkeit und seiner rauen Struktur ohne Brüche zwischen dem denkmalgeschützten Hauptgebäude und dem neuen Anbau. Aufmerksamkeitsstarke Details wie Balkone, die sich im Übergangsbereich zwischen Altund Neubau aus der Fassade herauswinden, sowie kreisrunde Fenster an der Giebelseite sorgen für Licht im Gebäudeinneren und betonen nach außen die Einzigartigkeit des Bildungszentrums. Als einzige nicht geschlämmte Fassadenteile setzen sich die gewellten Balkone in Form und Material von der Fassadenfläche ab und erlauben Einblicke in die Konstruktion und Materialität des massiven Bauwerks. Räumlich formt der rechtwinklig abknickende Seitenflügel im Zusammenspiel mit dem Hauptgebäude einen weiträumigen Campus für Schulen und Bildungseinrichtungen. Zahlreiche Durchgänge öffnen das Bildungszentrum Bestehornpark und machen es durchlässig für Licht und Besucher. Auch im Inneren der Gebäude prägt Helligkeit das Raumgefühl: Ein verglastes Atrium lässt Licht in die ehemals dunklen Fabriketagen fluten und sorgt für eine kreative Lernumgebung.

»Ziegel gilt als zeitloser Baustoff der keine modischen Trends widerspiegelt, sondern Tradition und Fortschritt wie selbstverständlich miteinander verbindet.«

Lederer Ragnarsdóttir Oei