Blaakhaventurm

Blaakhaventurm

Über dieses
Projekt

Standort: Rotterdam, Niederlande
Objekttyp: Wohngebäude
Architektur: KOW Architecten, Den Haag/Eindhoven
Projektarchitekt: Dipl.-Ing. Hans Kuiper
Auftraggeber / Bauträger: NS Vastgoed, Utrecht
Objektsortierung
-Infos auf Anfrage.
"Blaaktoren FO" (WF 210 x 100 x 51 mm) ca. 6000 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Der Architekt Hans Kuiper hat am Wijnhaven in Rotterdam ein Hochhaus mit einem Augenzwinkern in Richtung amerikanische Wolkenkratzer-Tradition entworfen. Der Blaakhaventoren (Blaakhaventurm) zeichnet sich durch eine starke vertikale Gliederung aus, bei der Ziegel die wichtigsten Bausteine sind. Lisenen aus goldgelbem Hagemeister Klinker der Sortierung Blaaktooren nehmen Bezug auf das „Witte Huis“, das historische Hochhaus neben dem Blaakhaventurm. Der Büro- und Wohnturm an der Ecke Wijnhaven und verlängerte Willemsbrug befindet sich in bester Gesellschaft mit einigen der schönsten architektonischen Ikonen Rotterdams: das „Nedlloydgebouw“ von Architect Wim Quist, das „Potlood“ und die Kubuswohnungen von Piet Blom, das „Peperklip“ von Carel Weeber, die Bibliotheek von Bakema en Boot, der Bahnhof „Blaak“ von Harry Reijnders. Mit dem Alten Hafen, dem ältesten Hafen Rotterdams, und „Het Witte Huis” an der Ecke Alter Hafen und Wijnhaven ist hier auch ein kleines Stück Rotterdammer Vorkriegszeit bewahrt worden. „Het Witte Huis”, 1898 erbaut, war mit seinen 45 Metern Bauhöhe lange Zeit eines der höchsten Gebäude Europas und ist als erster „Skyscraper“ Rotterdams weltbekannt. Das historische Gebäude im Art Nouveau-Stil steht nur einen Steinwurf entfernt vom Blaakhaventurm und gab auch den Ausschlag für die Klinkerfassade des Neubaus: „Het Witte Huis zeichnet sich durch eine tragende Bauweise aus Ziegelstein aus. An diesem Ort schien mir Ziegelstein als Fassadenmaterial somit perfekt passend”, erläutert Hans Kuiper seine Entscheidung für den Klinker. Einige Stilelemente des Blaakhaventurms erinnern an den Beginn der amerikanischen Hochhausarchitektur. „In den oberen Geschossen umgeben Mauerstützen oder Säulen aus Ziegelstein das Gebäude. Das Bauwerk verjüngt sich wie Wolkenkratzer, die sich an das „Zoning-Law“ halten – die gesetzliche Regelung, die dafür sorgt, dass die amerikanischen „Hightower“ nicht das gesamte Tageslicht aus den Straßen schlucken”, erläutert Kuiper. Auch die starke vertikale Gliederung verweist auf amerikanische Vorbilder. Die Lisenen aus goldgelbem Hagemeister Klinker der Sorte Blaaktoren spielen mit ihren langen aufsteigenden Linien auf die frühe Wolkenkratzer-Architektur an. Doch die vertikale Gliederung ist nicht allein eine historische Referenz. „Es hängt auch alles mit der Höhe des Turms zusammen“, erläutert Kuiper sein Konzept. „Der Turm ist faktisch nicht besonders hoch: 24 Geschosse, 70 Meter. Um das Streben nach Höhe aber zu betonen, ist die Gliederung derart vertikal gemacht worden.” Städtebaulich formt der Blaakhaventurm den Endpunkt einer Vielzahl von Blockbauten. Gleichzeitig wirkt der Büro- und Wohnturm wie eine eigenständige Kubatur: Der Turm liegt mit einer kleinen Winkelverschiebung am Wijnhaven, wodurch das Hauptgebäude optisch etwas losgelöst ist vom niedrigeren Bauumfeld. Auch die Nutzung ist außergewöhnlich: Neben Büroräumen und 89 Wohnungen befindet sich in den Untergeschossen des Turms eine unterirdische Split-Level-Tiefgarage mit 120 Stellplätzen. Die Fassade der untersten vier Geschosse des Blaakhaventurms ist auf traditionelle Weise gemauert. Darüber sind Klinker-FertigteilElemente angebracht, die ab Fabrik komplett mit fertigem Mauerwerk versehen sind und per Kran an der Baustelle großflächig versetzt werden können. „Das macht einen gewaltigen Unterschied, was ansonsten an Gerüsten für den Bau notwendig gewesen wäre. Und die Elemente sind nahezu instandhaltungsfrei”, erläutert Kuiper die Vorteile der Arbeit mit vorgefertigten Bauteilen. Die Riemchen sind im Blockverband, im englischen Verband sowie im Fenstersturz vermauert worden. Hans Kuiper lobt den Klinker als Fassadenmaterial: „Ziegelsteine sind ein perfektes Baumaterial, auch wenn sie heutzutage öfter als reine Haut verwendet werden und dann keine tragende Funktion mehr haben.“