H10

H10

Über dieses
Projekt

Standort: Berlin, Deutschland
Objekttyp: Geschäftsgebäude
Architektur: Jan Kleihues, Kleihues + Kleihues Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
Auftraggeber / Bauträger: Blue Stone Berlin GmbH, Berlin
Objektsortierung
-Infos auf Anfrage.
Nevada – Profiliertes Mauerwerk (ARF 250 x 120 x 69 mm) ca. 2900 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Das Hotel H10 an der Joachimstaler Straße 31–32 unweit des Berliner Kurfürstendamms ist ein gelungenes Beispiel für die Integration moderner handwerklicher Baukunst in ein historisch geprägtes Gebäudeensemble. Mit einem achtgeschossigen Quergebäude als Hintergrund haben Kleihues + Kleihues den denkmalgeschützten Klinkerbau aus dem Jahr 1889 abgerundet und wirkungsvoll in Szene gesetzt. Bezug zum historischen Backsteinbau mit seiner klaren horizontalen und vertikalen Gliederung erhält der scharfkantige Neubau durch das profilierte Mauerwerk mit Hagemeister-Klinker der farblich auf den Altbau abgestimmten Sortierung Nevada. Dreifach tiefenversetzt verleihen die kopfvermauerten terrakottafarbenen Klinker der großflächigen Seitenwand sowie der schlichten Lochfassade eine haptische, beinahe organische Struktur. Die dreidimensionale Gestaltung lenkt den Blick von den Fensteröffnungen auf das warmtonige Mauerwerk, das sich bescheiden im Hintergrund des historischen Backsteinbaus hält. Für die Nutzung des denkmalgeschützten Altbaus als 4-Sterne-Superior-Hotel haben Kleihues + Kleihues den repräsentativen Klinkeraltbau des Architekten Otto Bratring im Herzen Berlins umgebaut und mit einem Neubau erweitert. 163 Deluxe Zimmer, 7 Junior Suiten, 7 Suiten, 18 Superior Lofts, 4 Duplex Lofts sowie Konferenzräume und Beauty center stehen Besuchern des Stadt- und Businesshotels zur Verfügung. Im Erdgeschoss werden die Hotelgäste von einer lichtdurchfluteten Eingangshalle empfangen, die Alt- und Neubau verbindet. Auch in der Fassadengestaltung präsentiert sich das Ensemble des Hotels H10 als respektvolles Zusammenspiel von Neu und Alt. „Der Neubau ist sehr einfach gehalten. Er tritt bewusst in den Hintergrund des historischen „Schmuckkästchens“ mit seiner prägenden Backsteinfassade“, erläutert Jan Kleihues das Entwurfskonzept. „Auf eine horizontale und vertikale Gliederung wurde deshalb verzichtet. Struktur erhalten die großen Fassadenflächen durch die Mauerwerks-Texturierung: Unterschiedlich tiefe Steine wurden bündig zur Gebäudeinnenseite vermauert, so dass nach außen eine sehr lebendige Oberfläche mit Anklängen an die historische Backsteinarchitektur entsteht.“ Mit ihrer organischen Struktur erinnern die versetzt gemauerten Ziegel an das historische Natursteinmauerwerk, das sich nicht ebenmäßig vermauern ließ. Ausgespart von dieser sehr lebendigen Fassadengestaltung bleiben lediglich die präzise ausgebildeten Fensterlaibungen und Gebäudeecken, die die klare Kubatur des Baukörpers betonen. „In enger Abstimmung mit den Handwerkern haben wir auf der Baustelle exemplarische Fassadenpartien umgesetzt“, vermittelt Jan Kleihues einen Eindruck von der Detailarbeit vor Ort. Der Aufwand hat sich gelohnt. „Das fertige Gebäude hat unsere Vorstellungen noch übertroffen. Mit seiner relieffierten Klinkerfassade sorgt der schlichte Bau vielerorts für Begeisterung“, bilanziert Jan Kleihues.

»Die dreidimensionale Gestaltung der Fassade mit Klinker verdeutlicht die unzähligen Möglichkeiten, die dieses Baumaterial bietet.«

Jan Kleihues