Hermeshaus

Hermeshaus

Über dieses
Projekt

Standort: Bosch en Duin, Niederlande
Objekttyp: Schule + Gesundheit + Sport
Architektur: 9°architecture, Amersfoort/Oldenburg
Auftraggeber / Bauträger: Stiftung De Goede Zaak
| Meißen GT | WF (210 x 52 x 100 mm) ca. 936 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Wie eine historische Burg mutet das Wohnpflegeheim Hermeshaus inmitten seiner bewaldeten Umgebung im niederländischen Villendorf Bosch en Duin an. 9°architecture hat den Neubau als individuelles Gebäude in organischer Form entworfen und mit markanter Fassade aus Hagemeister Klinker der Sortierung „Meißen“ realisiert. Der Siegerentwurf eines Architektenwettbewerbs überzeugt aufgrund seiner intensiven Auseinandersetzung mit den Ansprüchen geistig behinderter Bewohner an ihren Lebensraum. Das Ergebnis ist ein harmonisches Zusammenspiel von Architektur und umgebender Natur. Der cremefarbene Klinker mit kräftigen Kohlebrandakzenten hebt das Gebäude ab von den dunklen Farben des Waldes und verleiht der bewegten, organischen Form des Baukörpers eine starke, schützende Hülle. Hermeshaus, Bosch en Duin Ziel der Stiftung De Goede Zaak als Bauherrin ist es, mit dem Neubau einer Einrichtung für betreutes Wohnen die anthroposophische Pflege für zwölf geistig behinderte Bewohner zu erleichtern, die intensive Betreuung in einer reizarmen Umgebung benötigen. 9°architecture antwortet auf diese Anforderungen mit einem skulpturalen Konzept organisch-funktioneller Architektur. „Es wurde beschlossen, den Gebäudekörper kompakt und übersichtlich zu gestalten, um den Bewohnern Geborgenheit, Orientierung und Sicherheit zu gewährleisten. Über einen zentralen Innenbereich können sämtliche Räume erschlossen werden, Flure und Verkehrsflächen werden kurz und übersichtlich gehalten“, erläutert Yaike Dunselman, Architekt von 9°architecture Amersfoort, die Leitlinien des Entwurfs. Ausgangspunkt des Bauwerks in Niedrigenergiehaus-Standard ist ein kreisförmiger zentraler Innenraum, der als Rückzugsmöglichkeit und Treffpunkt dient. Nach außen löst sich die strenge geometrische Form in abgerundete keilförmige Wohnbereiche auf, die sich mit großen Fensterflächen und Fassadeneinschnitten zur umgebenden Landschaft öffnen. Im Inneren entstehen klare Grundrisse, die den Bewohnern die Orientierung erleichtern und so für Sicherheit und Geborgenheit sorgen. In einem kleinen abgerundeten Nebengebäude befinden sich Atelierräume mit Arbeitsplätzen für die Bewohner. Aus Klinkern errichtete Mauern und Brüstungen leiten von den Ateliers zu den Wohnräumen und passen die Gebäude dem relieffierten Gelände an. Die weiche, wellenförmige Kubatur des zweigeschossigen Hauptgebäudes und des Ateliers fügt sich harmonisch in die natürliche Umgebung ein. Mit dem hellen, cremefarbenen Hagemeister Klinker der Sortierung Meißen“ setzen die Architekten einen einladenden Akzent in der dunklen Farbigkeit des Waldes und empfinden durch die starken Kohlebrand-Akzente des Klinkers gleichzeitig die Lichteffekte der Bäume nach, durch deren Blätterwerk stellenweise die Sonne dringt. „Der bewegte, lebendige Grundriss soll auch im Aufriss sichtbar sein“, erläutert Yaike Dunselman die unterschiedlichen Mauerverbände der Fassade. Der Wechsel von Bändern horizontal und vertikal vermauerter Klinker unterstreicht die wellenförmige Bewegung der Fassade und macht die Gebäudegliederung der einzelnen Geschosse sichtbar. Als Ergebnis eines sensiblen Austauschs mit Bauherren und Bewohnern ist das Hermeshaus in Bosch en Duin als individuelles Gebäude entstanden mit einer eigenen Gestalt, die im Einklang mit der Natur auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten ist.

»Der kantige, harte Ziegel eignet sich gut für abgerundete Fassaden und Mauern, weil er weiche Formen sehr stark definiert.«

Yaike Dunselman