Musa de Passie

Musa de Passie

Über dieses
Projekt

Standort: Katendrecht, Niederlande
Objekttyp: Wohngebäude
Architektur: diedderendirix, Eindhoven
Projektarchitekt: Timo Keulen
Objektsortierung
-Infos auf Anfrage.
Objektkomposition mit verschiedenen Oberflächenstrukturen im Waalformat ca. 5700 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Als Impulsgeber für die Revitalisierung des Rotterdamer Planungsgebiets „De Pols“ präsentiert sich das MUSA De Passie wie ein Tor zur Halbinsel Katendrecht. Der Neubau öffnet sich sowohl der Stadt als auch dem ehemaligen Hafengebiet und wirkt als festes Bindeglied zwischen beiden Arealen. In seiner Kubatur vermittelt der multifunktionale Komplex zwischen den großmaßstäblichen Bauten der Innenstadt und niedrigen Wohnhäusern auf der Halbinsel. Die Klinkerfassade unterstreicht die klare Formensprache des Komplexes und referiert an die ehemaligen Packhäuser des Hafens. Eine individuelle Objektkomposition aus Hagemeister Klinker lässt die klar strukturierten Fassaden im Tageslicht lebendig schillern und aufleuchten. Mit dem Neubau MUSA De Passie ist das erste Projekt der Revitalisierung eines ehemaligen Hafengebiets auf der Halbinsel Katendrecht in Rotterdam fertiggestellt. Das Eindhovener Architekturbüro diederendirrix hat das multifunktionale Gebäude auf Grundlage eines umfangreichen Masterplans der Stadt realisiert. Dieser sah vor, einen harmonischen Übergang zwischen Stadt und Hafengebiet zu schaffen. Dafür entwickelten die Architekten ein Ensemble aus Baukörpern, das sowohl Bezug zu den Hochhäusern der Stadt als auch zu den kleineren Wohnbebauungen des Hafengebiets nimmt. Gleichzeitig sollte der Neubau Wohnen, Arbeiten, Lernen und Spielen in einem Gesamtkomplex vereinen. Auf insgesamt 27.000 m2 bietet das „MUSA“ Raum für zwei weiterführende Schulen, eine Sporthalle, 135 Sozialwohnungen, Stadtteileinrichtungen sowie eine Tiefgarage. Ein massiver dreigeschossiger Gebäudesockel beherbergt die öffentlichen Einrichtungen. An den Stirnseiten des Riegels wachsen ein 14- und ein 15-geschossiger Wohnturm empor. Mit seiner Klinkerfassade greift der Bau die Materialität der alten Industriebauten, Silos und Packhäuser des Hafengebiets auf. „Wir hatten ein Gebäude vor Augen, das nicht unmittelbar als Wohnkomplex erkennbar ist und nahtlos an die industrielle Bebauung anschließt“, erläutert diederendirrix Projektarchitekt Timo Keulen. Ein Gitternetz aus Betonleisten, das mit Klinker ausgefacht ist, strukturiert das Fassadenbild. Die Architekten entschieden sich für eine individuelle Hagemeister Objektsortierung mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen. Das breite Farbspektrum von Grau-Violett über Anthrazit zu dunklem Terrakotta und hellen Grautönen verleiht der Gebäudehülle eine besondere Dynamik. „Die Mischung gibt der Fassadenfläche eine Qualität, die man mit einer Sortierung allein nicht erreichen kann“, sagt Timo Keulen und erläutert weiter: „Durch die Abwandlungen in Farbe, Struktur und Glanz zeigt sich die Fläche im Laufe des Tages immer wieder anders. Dadurch lebt das Mauerwerk, schillert und leuchtet unter dem Tageslichteinfall und der Spiegelung des Wassers im Maashafen.” Vertikale und horizontale Klinkerstreifen, die von Betonleisten eingerahmt werden, sind im Halbsteinverband gemauert und fassen optisch jeweils zwei Geschosse zusammen. Die Flächen innerhalb dieses Rasters sind teils im Halbsteinverband, teils im stehenden Verband ausgeführt. „Wir haben nach einem Kontrast zum neutralen Raster und dem matten Beton gesucht. Die Farbakzente und die Oberflächenvariationen der Hagemeister-Sortierungen lassen MUSA De Passie zu einem Gebäude werden, das sich mit seinem zweistöckigem Fassadengewebe auf den ersten Blick als sehr geradlinig zeigt, aber beim näheren Hinsehen durch sein Mauerwerk viele Nuancen aufweist“, beschreibt Timo Keulen. 2015 war das MUSA De Passie für den Rotterdamer Architekturpreis in der Kategorie „Bestes Wohngebäude“ nominiert. In diesem Jahr wurde es für den BNA Preis als bestes Gebäude in der Kategorie „Identität und Symbolwert“ vorgeschlagen.

»MUSA De Passie zeigt sich dank seines Fassadenaufbaus als ein geradliniges und klares Gebäude. Durch das Mauerwerk hat es dennoch zahlreiche Nuancen zu bieten, die die Fassade unglaublich lebendig erscheinen lassen.«

Architekt Timo Keulen, diederendirrix Eindhoven