Oberfinanzdirektion

Oberfinanzdirektion

Über dieses
Projekt

Standort: Münster, Deutschland
Objekttyp: Geschäftsgebäude
Architektur: Arbeitsgemeinschaft “Patriarche & Co. und Schuster Architekten” (Paris/Düsseldorf)
Auftraggeber / Bauträger: Bau- und Liegenschaftsamt NRW
Objektsortierung
-Infos auf Anfrage.
"OFD" DF (240 x 115 x 52 mm) ca. 8650 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Keine drei Kilometer vom Hafen entfernt, an einer der Hauptzufahrtstraßen zur Innenstadt, liegt das neue Gebäude der Oberfinanzdirektion (OFD) Münster. Über 135 Meter zieht sich die imposante Magistrale am Albersloher Weg, von der zur rückwärtigen Seite fünf weitere Gebäudeteile wie Kammzinken abgehen. In ihnen haben rund 500 Mitarbeiter der OFD ihre Einzel- oder Doppelbüros, in der Magistrale sind Besprechungsräume, sanitäre Anlagen und die Technik untergebracht. Zwischen den Kammzinken lockern unterschiedlich gestaltete Grünflächen das Gesamtbild auf. Nach rund zweieinhalb Jahren Bauzeit wurde das Gebäude im August 2016 übergeben. Mit einem Blick für Details hat die Arbeitsgemeinschaft „Patriarche & Co. und Schuster Architekten“ aus Paris bzw. Düsseldorf ein Gebäude geschaffen, das sowohl Tradition als auch moderne Anforderungen gekonnt miteinander verbindet. Hagemeister Klinker der Objektsortierung „OFD“ prägen die Fassade und stellen den Bezug zur Region her. Eine hohe PCB-Belastung war dem alten Gebäude der Oberfinanzdirektion Münster, das unweit des neuen Standortes lag, zum Verhängnis geworden. Ein neues Quartier für Mitarbeiter, Besucher und Akten musste gefunden und erbaut werden. Daneben wollte sich die Behörde der Öffentlichkeit präsentieren und öffnen. Daher laden im Gewerbegebiet Loddenheide auch eine öffentliche Kantine sowei eine für Besucher geöffnete Bücherei zur Nutzung und zum Verweilen ein. Jochen Schuster und Jean-Loup Patriarche haben mit dem OFD-Gebäude eine stringente und gleichermaßen individuelle Linie verfolgt, die sich nicht nur optisch zeigt, sondern auch in den Grundrissen und der Infrastruktur des Gebäudes. Das Haus ist barrierefrei, für Sehbehinderte gibt es ein spezielles Leitsystem, Rollstuhlfahrer können auf absenkbare Bereiche zurückgreifen. Dreifach verglaste, geschosshohe Fenster sorgen für optimalen Schutz vor Sonneneinstrahlung und Zugluft. Sichtbetonstreifen dominieren die Fassadengeschosse und bilden gemeinsam mit dem Klinker ein harmonisches Miteinander. Die Tragstruktur des Hauses wurde so nach außen gelegt – dies hatte den Vorteil, dass selbst die kleineren Büros von Stützen, die wertvollen Raum verschenkt hätten, frei bleiben konnten: „So bekamen wir ein ehrliches Gebäude, bei dem die Fassade nicht nur Blendwerk ist, sondern wirklich trägt“, erläutert Dipl.-Ing. Jochen Schuster, einer der beiden verantwortlichen Architekten. Bei der Fassadengestaltung kam für die Bauherren sowie die Architekten ausschließlich Klinker in Frage. Die Backsteinkultur der Region stelle einen besonderen Bezug zu den Menschen und der Umgebung her, so Schuster, sie passe aber auch ganz besonders zum Nutzer: „Von einer Finanzverwaltung erwarten wir Seriosität, Verlässlichkeit, Kontinuität und Vertrauen – alles Eigenschaften, die man auch auf das Material übertragen kann.“ Obwohl die Fassade der OFD zurückhaltend konzipiert ist, bietet sie ein lebendiges Wechselbild, welches durch rhythmisierte LisenenModule geschaffen wird. Sie lockern die Fassade auf, ohne sie zerstreut wirken zu lassen. Diese Abschnitte wurden im Gegensatz zu den flächigen Fassadenpartien nicht als konventionelles Mauerwerk erstellt, sondern als Klinkerfertigteile realisiert. Dadurch generierten die Planer Vorteile in punkto gestalterischer Umsetzung, Baustellen-Logistik, zeitlichem Gesamtrahmen und auch wirtschaftliche Pluspunkte. Prefab-Partien und konventionell gemauerte Wand verschmelzen zu einem Fassadeneindruck und sind optisch nicht voneinander zu trennen – ein entscheidender Faktor, der durch die gleiche hochwertige Qualität der Klinker- und Riemchenprodukte gewährleistetet wird. Die wechselseitig verarbeiteten Fassadenprodukte der Hagemeister-Objektsortierung „OFD“ bildet so ein individuelles Äußeres, das einen Ortsbezug herstellt und gleichzeitig modernen Ansprüchen gerecht wird.

»Von einer Finanzverwaltung erwarten wir Seriosität, Verlässlichkeit, Kontinuität und Vertrauen – alles Eigenschaften, die man auch auf das Material übertragen kann.«

Dipl.-Ing. Jochen Schuster, Arbeitsgemeinschaft “Patriarche & Co. und Schuster Architekten” (Paris/Düsseldorf)