Sophie-Scholl-Schule

Sophie-Scholl-Schule

Über dieses
Projekt

Standort: Gießen, Deutschland
Objekttyp: Schule + Gesundheit + Sport
Architektur: Diehl Architekten, Gießen
Projektarchitekt: Dipl.-Ing. Peter Diehl
Auftraggeber / Bauträger: Sophie-Scholl-Schulen Immobilien GmbH & Co. KG
Objektsortierung
-Infos auf Anfrage.
"Esbjerg" "Arhues" "Visby" (ModF 290 x 115 x 90 mm/ 290 x 115 x 40 mm) ca. 21173 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Zusammenhalt und Vielfältigkeit charakterisieren das mehrfach ausgezeichnete Konzept der integrativen Sophie-Scholl-Schulen in Gießen. Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichen Förderschwerpunkten werden hier inklusiv und klassenübergreifend unterrichtet. Der Neubau der Sekundarschule am Stadtrand von Gießen knüpft an den Erfolg der bestehenden SophieScholl-Grundschule an und ist eine Antwort auf die hohe Nachfrage dieser Schulform bis zur zehnten Klasse. 300 Mädchen und Jungen haben nun Raum zum integrativen Lernen. Für den Neubau der Sekundarschule hat das Gießener Architekturbüro Diehl ein Gebäudekonzept entwickelt, das in Form, Funktion und Materialsprache den Gemeinschaftsgedanken stützt und gleichzeitig Raum für Individualität lässt. Drei kubische Baukörper sind durch einen zentral angeordneten Erschließungstrakt verbunden. Entwurfsidee war, die verschiedenen Funktionen der einzelnen Baukörper durch Diversität auch in der Fassade sichtbar werden zu lassen. Gleichzeitig sollte die starke Verbundenheit des Ensembles äußerlich erhalten bleiben. Um diese Spannung zwischen Einheit und Eigenständigkeit in Harmonie zu bringen, haben die Architekten Klinkerverblendmauerwerk als Fassadenmaterial gewählt und in drei leicht variierenden Farbtönen ausgeführt. Hagemeister Klinker der Objektsortierungen „Esbjerg“, „Arhues“ und „Visby“ kleiden die drei Kuben in eine freundliche Farbkomposition aus hellen Sand-, Beige- und Brauntönen, die sich ruhig in die natürliche Umgebung einfügen. Besondere Lebendigkeit haben die Planer dem Komplex verliehen, indem sie die Fassaden mit jeweils zwei unterschiedlichen Klinkerformaten gestalteten: 240 x 115 x 90 mm und 240 x 115 x 40 mm. Diese wurden wechselseitig im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel verarbeitet. Ein Drittel der Fassadenfläche ist mit einem Übersatz der Steine von ca. 20 Millimetern gemauert. „Durch diesen Versatz haben wir eine interessante Dreidimensionalität erzeugt“, beschreibt Geschäftsführer und Architekt Dipl.-Ing. Peter Diehl das Fassadenkonzept. „Der stellenweise Einsatz des besonders schmalen Formats sorgt für zusätzliche Spannung.“ Ihre Materialwahl begründen die Architekten mit den gestalterischen Möglichkeiten des Baustoffs Klinker sowie seiner Langlebigkeit und Nachhaltigkeit. „Die Entscheidung, die Fassade mit Klinker zu gestalten, fiel relativ schnell, da er aus einem der natürlichsten Baustoffe der Welt besteht, dem Ton“, erklärt Architekt Peter Diehl. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Entwurfsidee war, Offenheit auszudrücken. Daher haben die Planer die massive Außenfassade mit großen Fenster- und Türenfronten kombiniert, die einen Weitblick in die grüne Umgebung eröffnen. Auch der verbindende, zentrale Baukörper besteht gebäudehoch aus einer Pfosten-Riegel-Fassade. Den Architekten ist es gelungen, ein nachhaltiges Schulgebäude in Passivhausweise zu errichten. Der Neubau integriert sich in die natürliche Umgebung, bietet vielfältigen Raum zum Lernen und steht gleichzeitig für einen Ort des Zusammenhalts und der Individualität.

»Die Nachhaltigkeit und Beständigkeit eines Ziegelsteins sollte man nicht vergessen. Er speichert tagsüber die Wärme und gibt sie nachts wieder ab. Auch im Bereich des Brandschutzes rangiert das zweischalige Mauerwerk ganz oben.«

Dipl.-Ing. Peter Diehl, Diehl Architekten, Gießen