Strünkeder Höfe

Strünkeder Höfe

Über dieses
Projekt

Standort: Herne, D
Objekttyp: Wohngebäude
Architektur: Tor 5 Architekten, Bochum
Projektarchitekt: Markus Wüllner
Auftraggeber / Bauträger: Wohnungsgenonssenschaft Herne Süd
Objektsortierung
-Infos auf Anfrage.
Strünkede HS (NF 240 x 115 x 71 mm) ca. 3500 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Zu den Sehenswürdigkeiten in Herne gehört unter anderem das Renaissanceschloss Strünkede im Stadtteil Baukau. Ebenfalls sehenswert und insbesondere durch seine Fassadengestaltung mit Klinkern vorbildlich für die Stadt und das Ruhrgebiet ist das Wohnbauprojekt Strünkeder Höfe an der Jobststraße unweit des Schlosses. Dort, wo vorher eine Reihe zusammengewürfelter, unsanierter Altbauten standen, steht nun ein Ensemble aus vier identischen Einzelbauten. Die helle Klinkerfassade ist für Mietobjekte im unteren Preissegment der Region außergewöhnlich.

Ausgeschrieben hatte das Projekt die Wohnungsgenossenschaft Herne Süd. Favorisierte diese zunächst eine Wohnblockbebauung, fiel die Entscheidung letztlich für den Entwurf von Tor 5 Architekten aus Bochum, der eine nach Süden durchbrochene Figur aus vier Einzelhäusern vorsah.

Die vier fünfgeschossigen Bauten schaffen Platz für 58 Wohnparteien und lockern das Straßenbild auf. Dank Ost-WestOrientierung sind die Wohnräume lichtdurchflutet und liegen ruhig von der Straße abgewandt. Die vier Baukörper werden durch ein Halbgeschoss mit Parkgarage, über der sich neu angelegte Grünflächen befinden, zusammengehalten. Ein einheitliches Gesamtbild schafft die Fassade mit Hagemeister-Klinkern der Objektsortierung „Strünkede HS“: Warm und freundlich, changiert die Sortierung, deren Oberfläche sich an traditionellen Handstrich-Klinkern orientiert, in weiß und cremefarbenen Tönen und erhält durch den charakteristischen Kohlebrand besondere Akzente. Passend dazu sind die Fensterrahmen und -bänke im Farbton perlbeige gehalten. Das Farbkonzept setzt sich darüber hinaus im Inneren der Häuser fort.

Ein Highlight in der Fassadengestaltung sind die abgerundeten Balkone. „Mit ihnen reagierten wir baulich auf die Straßenecke“, erklärt Markus Wüllner von Tor 5 Architekten. Die gerundeten Formsteine hat Hagemeister eigens für das Projekt maßgefertigt und die Balkone als Fertigteilstürze geliefert.

Dabei musste das Architekturbüro zunächst Überzeugungsarbeit leisten, um die Klinkerfassade durchzusetzen. „Doch bei Mietshäusern rechnen sich die Mehrkosten auf lange Sicht, da eine Klinkerfassade beständig ist und nicht pflegebedürftig“, erläutert Wüllner. Regelmäßige Instandhaltungsmaßnahmen entfallen. Denn nicht nur der Anspruch an die Optik war groß: „Aus Gründen der Nachhaltigkeit haben wir uns gegen ein Wärmeverbundsystem mit Styropor entschieden“, so Wüllner. „Klinker sind eine tolle Lösung für energetisch gute Projekte, denn mit ihnen outet man sich optisch nicht“. Ein Nahwärmenetz mit Erdwärme-Wärmepumpe und Photovoltaikanlagen auf den Dächern versorgen die Wohngebäude nach KfW 55-Standard mit Wärme und Energie.

Waren bereits alle Wohnungen vor Fertigstellung vermietet, konnten, nach einer zweijährigen Bauphase, ab Anfang 2017 die Mieter einziehen. Nicht zuletzt dank der parkähnlich angelegten neuen Grünflächen und der Gemeinschaftsräume im Erdgeschoss der Gebäude ist ein lebendiges, attraktives städtisches Quartier entstanden, das für weitere Wohnbauprojekte in Herne und dem gesamten Ruhrgebiet eine Vorreiterfunktion einnimmt. Diese hat der Bund Deutscher Architekten mit der Auszeichnung für gute Bauten anerkannt.

»Klinker sind eine tolle Lösung für energetisch gute Projekte, denn mit ihnen outet man sich optisch nicht.«

Markus Wüllner, Tor 5 Architekten, Bochum