Wohnhaus mit Büro

Wohnhaus mit Büro

Über dieses
Projekt

Standort: Lienen, Deutschland
Objekttyp: Einfamilienhaus
Architektur: Pellemeier Architekten, Lienen
Auftraggeber / Bauträger: Architektenehepaar Pellemeier
Objektsortierung
-Infos auf Anfrage.
Holsten (OF 220 x 105 x 52 mm) ca. 470 m²
Klinker Format Verklinkerte Fläche

Auf rund 240 m² realisierte sich ein Architektenehepaar in der kleinen Gemeinde Lienen im Tecklenburger Land seinen Traum vom Wohnen und Arbeiten unter einem Dach. Dabei stand die Vision im Vordergrund eine zukunftsorientierte, energieeffiziente Bauweise mit heimischen Baustoffen zu verbinden. Dafür entschieden sich die Planer für ein zweischaliges Mauerwerk, bei dem für die Außenschale die Klinkersortierung „Holsten“ vom Klinkerwerk Hagemeister verarbeitet wurde. Am Fuß des Teutoburger Waldes liegt die kleine Gemeinde Lienen, die stark vom Grün des Mittelgebirges geprägt ist und bei der mit dem Westerbecker Berg die höchste Erhebung des Münsterlandes liegt. Die Hügellandschaft bestimmt das Bild der Gemeinde. Viele Erhebungen und Parks locken jährlich zahlreiche Touristen aus Deutschland und den Niederlanden. In diesem ländlichen Umfeld ließ sich das Architekten-Ehepaar Daniela und Lars Pellemeier nieder, das sich seinen Traum von einem Wohnhaus mit klassischen Proportionen im Stil von Villen der Gründerzeit erfüllen wollte, das gleichzeitig Platz für das gemeinsame Architekturbüro bieten sollte. Bei den Baustoffen entschied sich das Ehepaar bewusst für heimische Materialien, wie Eiche, Granit und Klinker. Baustoffe, mit denen der Aspekt der Nachhaltigkeit ebenso Berücksichtigung fand, wie auch beim Punkt Energieeffizienz, der sich im Haustechnikkonzept mit einer ErdsondenWärmepumpenkombination und einer Solaranlage wieder findet. Bei der Fassadengestaltung kommt eine klare Architektursprache zum Ausdruck. Der monolithische Baukörper mit einer quadratischen Grundfläche steht kraftvoll in einem Bestand alter Obstbäume und drückt sich durch Symmetrie und eine reduzierte Formensprache aus. Breite Lisenen an den Gebäudeecken gliedern die Fassade, die an allen Seiten gleichmäßig von großen Fensterflächen unterbrochen wird. An der Südfassade dient ein auf massiven Mauerwerkspfeilern ruhender Südbalkon gleichzeitig als Aufenthaltsort und Erweiterung des Wohnraums, als auch Schattenspender im Erdgeschoss. Der gewählte Klinker der HagemeisterSortierung „Holsten“ unterstützt die massive, traditionelle Wirkung des Wohnhauses. Dazu trägt die Wahl des historischen Oldenburger Formats ebenso bei, wie die Wahl einer dunkelroten Sortierung, die Erinnerungen an traditionelle Klinkerachitektur weckt. Der kräftige Kohlebrand sorgt zudem für ein stark changierendes Farbspiel in der Fassade, das den Baukörper lebendig wirken lässt. Der Innenraum zeigt sich beinahe gegensätzlich dazu. Durch die Verwendung von Granit und Eichenholz im Zusammenspiel mit hellem Mobiliar sowie dezenter Wandgestaltung ergibt sich ein Bild von großer Weite und Harmonie, wodurch die Räume deutlich größer wirken, als die Massivität des Hauses vermuten lässt. So hat sich das Architekten-Ehepaar nicht nur einen Traum erfüllt, sondern ein Referenzgebäude erschaffen, an dem sich die architektonische Philosophie ablesen lässt.

»Durch sein changierendes Farbspiel und den starken Kohlebrand verleiht der Klinker dem Bau eine Lebendigkeit, die auf diese Art nur mit natürlichen Baustoffen erreicht werden kann.«

Lars Pellemeier, Architekt